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Unter Stress bist Du unausstehlich

Wer und wie bist Du unter Stress?

(nimm Dir Zeit: Lesedauer ca. 6 Minuten – mit vollster Konzentration / ohne Konzentration: 12 Minuten)

Es ist klar, dass wir unter Stress anders handeln als ohne Stress. Doch was bedeutet das wirklich und wie sehr verändert es Dich als Person? Bist Du angenehm unter Stress oder eher unausstehlich?

Ganz ehrlich; wie hilfsbereit bist Du, wenn Du unter Stress stehst? Beispiel: Du musst auf den nächsten Bus/Zug um “rechtzeitig” bei der Arbeit zu sein. Auf der Strasse fällt jemandem einen Stapel Blätter aus der Hand und liegen zerstreut auf dem Boden herum. Du weisst, wenn Du dieser Person hilfst, dann verpasst Du den Bus/Zug. Hilfst Du?

Hilfst Du?
hilfst Du?
Studie von Darley und Batson

Es gibt eine Studie von Darley und Batson wo es hauptsächlich darum geht, ob man unter Stress Hilfe anbietet oder nicht – doch mich interessiert viel mehr der Aspekt, dass wir uns unter Stress (genauer gesagt Disstress – doch dazu ein anderes Mal) zur “schlechteren Version seines Selbst” entwickeln.

Kurzum, so ging die Studie:

Die Sozialpsychologen John Darley und Dan Batson untersuchen, wie einzelne Studenten eines theologischen Seminars sich während ihrer Vorbereitung auf einen Vortrag über die Parabel vom barmherzigen Samariter verhalten. Der Vortrag soll in einem Studio am anderen Ende des Campus gehalten und von Seminarleitern beurteilt werden. Als jeder Student seine Vorbereitungen fertigstellt, wird ihm gesagt, a) er sei spät dran für seinen Vortrag, man warte bereits seit einigen Minuten auf ihn er müsse sich beeilen, b) er habe reichlich Zeit bis zu seinem Vortrag, aber er solle ruhig schon hinübergehen. 

Der einzige Unterschied zwischen den beiden Versuchsvarianten ist die subtile Manipulation des Zeitdrucks auf den Probanden. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob diese Zeitmanipulation das Verhalten der jungen Männer, die sich auf ein Leben im Dienst der Gläubigen vorbereiten, beeinflussen wird oder nicht.

Als jeder Student vom Seminarraum in das Studio, wo er seinen Vortrag halten soll, hinübergeht, begegnet er einer Person, die in einer Seitenstrasse zusammengekauert und in grosser Not stöhnend auf dem Boden sitzt und ganz offenbar Hilfe braucht. Der Student weiss nicht, dass diese Person ein Komplize der Versuchsleiter ist. Da weit und breit kein anderer Mensch zu sehen ist, sind die Probanden mit der Entscheidung konfrontiert, ob sie einem Fremden in Not helfen – wie es ein barmherziger Samariter tun würde – oder ihn ignorieren sollten, um der Verpflichtung nachzukommen, einen Vortrag darüber zu halten, wie wichtig es ist, sich als barmherziger Samariter zu verhalten. Würden die Studenten in der “verspäteten” Versuchsvariante ebenso wahrscheinlich dem Fremden in Not helfen wie diejenigen der “rechtzeitigen” Variante? Das Richtige zu tun, sollte für diese Studenten wichtiger sei, als das Richtige zu sagen nicht wahr? Weit gefehlt! 

Schlussfolgerung

Die Mehrzahl der Studenten die meinen, sie hätten bis zu ihrem Vortrag reichlich Zeit – diejenigen in der “rechtzeitigen” Variante -, bleiben in der Tat stehen um zu helfen. Bemerkenswerterweise unterlassen es indes 90% der Studenten in der “verspäteten” Variante, stehen zu bleiben und zu helfen. Sie ignorieren die Person in Not, weil sie in eine zukunftsorientierte Richtung unterwegs und darauf fixiert sind, nicht zu spät zu ihrem Vortrag zu erscheinen.

Die fantasievolle Studie von Darley und Batson zeigt, dass die Zeitperspektive das Verhalten von Menschen verändert.” (Text aus dem Buch von Philip Zimbardo und John Boyd – die neue Psychologie der Zeit)

Unser Vlog dazu – leicht abgeändert (siehe ganz unten).

Die Schweiz liegt an der Spitze…wen wundert’s?

All dies hat etwas mit unserem Lebenstempo zu tun. Westeuropäische Länder haben das schnellste Lebenstempo der Welt, die Schweiz liegt an der Spitze.  Alleine die Gehgeschwindigkeit in der Schweiz ist sehr hoch. Wir stressen von einem Ort zum andern.

Liebe Liebenden – wenn wir weiter so schnell laufen, dann laufen wir in die nächste Wand rein. Die Wand zeigt sich vielleicht als Krankheit, als Zusammenbruch, als “totales-unglücklichsein” oder anders. 

gehst Du schnell oder langsam?

Entschleunigung und Beschleunigung gehen nur Hand in Hand

Ihr wisst, ich halte nicht viel vom Gegenteil – wo alles nur noch langsam gehen soll. Ich bin der Meinung, dass es beides braucht, aber die Entscheidung muss von Dir selber kommen: “Jetzt gebe ich Gas.” Oder eben: “Puh, etwas durchatmen wäre jetzt angesagt.” Und dies im Wechselspiel. Oder eben: Hand in Hand. Nur so können wir gesund bleiben. Und so bleibt es auch eine Entscheidung, die wir selber treffen.

Entschleunigung und Beschleunigung
Entschleunigung und Beschleunigung
“Mir ist alles zu viel!”

Es ist so normal, dass wir in die Lage kommen wo wir mit Tränen in den Augen sagen: “Scheiss, es wird mir alles grad ein bisschen zu viel.” Kein Wunder! Wir leben in einem kompletten Overload und wir wissen noch nicht wie wir damit umgehen sollen! Und wir sind immer noch am Anfang der Zeitkrise!

Hilfe Stress!

Ja, wir leben in einer Zeitkrise, das ist ein Fakt, doch die wenigsten sprechen darüber. Doch keine Angst, auch diese Krise hat einen Zyklus und wir werden wieder rauskommen. Aber bevor die Gesellschaft so weit ist, mein Tipp: mach DU den ersten Schritt. Indem Du:

Erstens: Dinge hinterfragst
  • Was wäre Dein ideales Lebenstempo?
  • Wer stresst Dich? Was stresst Dich?
  • Was musst Du wirklich?
  • Mit welchem Input möchtest Du Deine Zeit füllen?
Zweitens: mit was möchtest Du Deine Zeit füllen?

Deine Zeit ist limitiert. Irgendwann mal bist Du nur noch Asche oder Staub. Was zählt wirklich? Der Abgabetermin Deines Projekts? Wirklich?

Ich habe einen Vorschlag. Lasst uns wieder menschlicher werden.

  • Schau Deinem Gegenüber einfach mal richtig lange in die Augen. (ja, bis es unangenehm wird 🙂
  • Berühre Deine Liebsten. Ja, Körperkontakt geht auch ohne Sex. Und es ist ziemlich aufregend 🙂
  • Sprich. Sag was Du denkst.
  • Kreiere.
  • Bastle.
  • Produziere.
  • Spiele.
  • Sitz einfach nur mal da und denk nach.

Menschen die nur hetzen, tun nichts mehr davon. Die rennen an ihrem eigenen Leben vorbei. Und dann, wenn es BOOM macht, ist es oftmals zu spät.

Meine Zeit – Philosophie

Als ich 24 Jahre alt war habe ich entschieden, nicht auf eine Diagnose zu warten um mein Leben danach so zu leben, wie ich es eigentlich leben wollte. Das war eine der besten Entscheidungen in meinem Leben.

Es bricht mein Herz zu sehen, wie viele Menschen ihre Zeit vergeuden. Ich bin da um sie durchzurütteln und durch zu schütteln. Wie meine gute Freundin und geborene Visionärin Babs mir in einem Mail geschrieben hat: “Hey Anna – wollte eigentlich nur sagen: ROCK BANGKOK. Hau sie von den Stühlen damit sie sich wieder fühlen.”

I will do.

wake up

 

Wie ist Deine Meinung dazu? Was hast Du für Werkzeuge um besser mit Stress umzugehen? Wie ist Dein Lebenstempo? Worunter leidest Du?

Let me know. Deine Meinung zählt!

Auf ein Leben mit weniger negativen Stress –

herzlichst, AnnA.

 

P.S. Wir sind schon über 1300 Leute in der “Let’s talk about time – World Tour” Community in 14 verschiedenen Städten. Dieses Jahr komme ich noch nach Bangkok, Zürich und Berlin. Nächstes Jahr geht es weiter mit Hamburg, München, Köln, Göteborg, Boston, San Francisco, Portland, Cape Town, Wien, Basel etc… Was für ein Abenteuer so viele Menschen zu treffen und über die Zeit zu sprechen. Ich flipp aus vor Freude!

Zürich 27. November: https://www.meetup.com/Lets-talk-about-time-Zurich

Berlin 1. Dezember: https://www.meetup.com/Lets-talk-about-time-Berlin/

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