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Stress Stress Stress

Wer und wie bist Du unter Stress?

Dieser Blog hatte ich ähnlich auch schon mal veröffentlicht – aber es lohnt sich, in das Thema nochmals einzutauchen.

Es ist klar, dass wir unter Stress anders handeln als ohne Stress. Doch was bedeutet das wirklich und wie sehr verändert es Dich als Person? Bist Du angenehm unter Stress oder eher unausstehlich?

Ganz ehrlich; wie hilfsbereit bist Du, wenn Du unter Stress stehst? Beispiel: Du musst auf den nächsten Bus/Zug um “rechtzeitig” bei der Arbeit zu sein. Auf der Strasse fällt jemandem einen Stapel Blätter aus der Hand und liegen zerstreut auf dem Boden herum. Du weisst, wenn Du dieser Person hilfst, dann verpasst Du den Bus/Zug. Hilfst Du?

Wie unausstehlich bist Du unter Stress?
Wie unausstehlich bist Du unter Stress?
Studie von Darley und Batson

Es gibt eine Studie von Darley und Batson wo es hauptsächlich darum geht, ob man unter Stress Hilfe anbietet oder nicht – doch mich interessiert viel mehr der Aspekt, dass wir uns unter Stress (genauer gesagt Disstress – doch dazu ein anderes Mal) zur “schlechteren Version seines Selbst” entwickeln.

Kurzum, so ging die Studie:

Die Sozialpsychologen John Darley und Dan Batson untersuchen, wie einzelne Studenten eines theologischen Seminars sich während ihrer Vorbereitung auf einen Vortrag über die Parabel vom barmherzigen Samariter verhalten. Der Vortrag soll in einem Studio am anderen Ende des Campus gehalten und von Seminarleitern beurteilt werden. Als jeder Student seine Vorbereitungen fertigstellt, wird ihm gesagt, a) er sei spät dran für seinen Vortrag, man warte bereits seit einigen Minuten auf ihn er müsse sich beeilen, b) er habe reichlich Zeit bis zu seinem Vortrag, aber er solle ruhig schon hinübergehen. 

Der einzige Unterschied zwischen den beiden Versuchsvarianten ist die subtile Manipulation des Zeitdrucks auf den Probanden. Die Wissenschaftler wollen herausfinden, ob diese Zeitmanipulation das Verhalten der jungen Männer, die sich auf ein Leben im Dienst der Gläubigen vorbereiten, beeinflussen wird oder nicht.

Als jeder Student vom Seminarraum in das Studio, wo er seinen Vortrag halten soll, hinübergeht, begegnet er einer Person, die in einer Seitenstrasse zusammengekauert und in grosser Not stöhnend auf dem Boden sitzt und ganz offenbar Hilfe braucht. Der Student weiss nicht, dass diese Person ein Komplize der Versuchsleiter ist. Da weit und breit kein anderer Mensch zu sehen ist, sind die Probanden mit der Entscheidung konfrontiert, ob sie einem Fremden in Not helfen – wie es ein barmherziger Samariter tun würde – oder ihn ignorieren sollten, um der Verpflichtung nachzukommen, einen Vortrag darüber zu halten, wie wichtig es ist, sich als barmherziger Samariter zu verhalten. Würden die Studenten in der “verspäteten” Versuchsvariante ebenso wahrscheinlich dem Fremden in Not helfen wie diejenigen der “rechtzeitigen” Variante? Das Richtige zu tun, sollte für diese Studenten wichtiger sei, als das Richtige zu sagen nicht wahr? Weit gefehlt! 

Schlussfolgerung

Die Mehrzahl der Studenten die meinen, sie hätten bis zu ihrem Vortrag reichlich Zeit – diejenigen in der “rechtzeitigen” Variante -, bleiben in der Tat stehen um zu helfen. Bemerkenswerterweise unterlassen es indes 90% der Studenten in der “verspäteten” Variante, stehen zu bleiben und zu helfen. Sie ignorieren die Person in Not, weil sie in eine zukunftsorientierte Richtung unterwegs und darauf fixiert sind, nicht zu spät zu ihrem Vortrag zu erscheinen.

Die fantasievolle Studie von Darley und Batson zeigt, dass die Zeitperspektive das Verhalten von Menschen verändert.” (Text aus dem Buch von Philip Zimbardo und John Boyd – die neue Psychologie der Zeit)

Entschleunigung und Beschleunigung gehen nur Hand in Hand

Ihr wisst, ich halte nicht viel vom Gegenteil – wo alles nur noch langsam gehen soll. Ich bin der Meinung, dass es beides braucht, aber die Entscheidung muss von Dir selber kommen: “Jetzt gebe ich Gas.” Oder eben: “Puh, etwas durchatmen wäre jetzt angesagt.” Und dies im Wechselspiel. Oder eben: Hand in Hand. Nur so können wir gesund bleiben. Und so bleibt es auch eine Entscheidung, die wir selber treffen.

Entschleunigung und Beschleunigung
Entschleunigung und Beschleunigung
Erstens: hinterfrage die Dinge die Dich stressen
  • Was wäre Dein ideales Lebenstempo?
  • Wer stresst Dich? Was stresst Dich?
  • Was musst Du wirklich?
  • Mit welchem Input möchtest Du Deine Zeit füllen?
Zweitens: mit was möchtest Du Deine Zeit füllen?

Deine Zeit ist limitiert. Irgendwann mal bist Du nur noch Asche oder Staub. Was zählt wirklich? Der Abgabetermin Deines Projekts? Wirklich?

Ich habe einen Vorschlag. Lasst uns wieder menschlicher werden.

  • Schau Deinem Gegenüber einfach mal richtig lange in die Augen. (ja, bis es unangenehm wird 🙂
  • Berühre Deine Liebsten. Ja, Körperkontakt geht auch ohne Sex. Und es ist ziemlich aufregend 🙂
  • Sprich. Sag was Du denkst.
  • Kreiere.
  • Bastle.
  • Produziere.
  • Spiele.
  • Sitz einfach nur mal da und denk nach.

Mit diesem Input verabschiede ich mich für diese Woche und sende Dir herzliche Grüsse.

Anna.

P.S. Vielleicht bist Du in Budget-Planung für nächstes Jahr. Wie wär’s mit einem Vortrag von mir in Deiner Firma, für Dein Team? Ich würde mich freuen! Schreib mir und ich schicke Dir eine Offerte und einen Vorschlag dafür.

P.P.S.: Den Podcast auf EN gibt es hier.

P.P.P.S.: Den etwas anderen Vlog gibt es hier.

 

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